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Bedeutung des CO2-Gehaltes

Grundsätzlich tolerieren Fische auch Werte ober- bzw. unterhalb der Normgrenzen für sich genommen noch relativ gut.
Auch hier muß man Unter- oder Überschreitungen in Verbindung mit einem anderen Wert sehen.
Wir sprechen wieder vom "ach so wichtigen" Sauerstoff (O2).
Solange der O2-Wert sich am oberen Level bewegt, werden geringe CO2-Werte gut toleriert.
Bekanntlich fallen aber in vielen Koiteichen ohne technische Unterstützunggerade in den frühen Morgenstunden diese Werte bedrohlich ab.
Jetzt kann es im ungünstigsten Fall zu einer respiratorischen (atembedingten) Alkalose (Verschiebung des Säure-Basen-Haushaltes "zugunsten der Base" durch übermäßige Abatmung von CO2, bewirkt durch die hohe Atemfrequenz und den nierigen Umgebungs-CO2-Gehalt) kommen.
Das Krankheitsbild einer respiratorischen Alkalose gibt es im übrigen auch beim Menschen in Form einer Hyperventilation. Die Patienten glauben sie hätten bei ihrer subjektiv (psychische Ursache) empfundenen Atemnot akuten Sauerstoffmangel, in Wirklichkeit durch das tiefe, schnelle Atmen aber einen CO2-Mangel, der bis zur Bewustlosigkeit führen kann. Dieses lässt sich durch Rückatmung in eine Plastiktüte, so das der Patient seine Ausatemluft mehrmals wieder einatmet, leicht beheben. (Geht beim Fisch leider nicht)

Umgekehrt kommt es bei sehr hohen CO2 Werten bei gleichzeitig hohem O2 zu einer Azidose (Geringe Abatmung von CO2 an das Umgebungswasser und damit Übersäuerung des Fischkörpers)

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass bei niedrigen O2-Werten es vorteilhafter ist einen etwas höheren CO2 anzustreben, bei hohen O2-Werten aber ein niedrigerer CO2 durchaus vorteilhaft sein kann.

CO2 und die Algen
Verschiedene Algenarten, insbesondere die von uns so ungeliebten Fadenalgen, scheinen pH-Werte über 8,0 zu bevorzugen. Warum?

Pflanzen können verschiedene Kohlenstoffquellen nutzen. Die meisten Pflanzen sind auf CO2 angewiesen. Ist dieses reichlich vorhanden, können alle submersen Pflanzen (Unterwasserpflanzen) gut gedeihen. 

Wachsen höhere Wasserpflanzen gut, dann verbrauchen sie auch verschiedene andere Mineralien und Spurenelemente, die zum Pflanzenwachstum erforderlich sind. Ein extensives Wachstum der Pflanze und insbesondere der Algen ist kaum noch zu befürchten. 

Fehlt allerdings Kohlenstoffdioxid im Wasser, so geht es den höheren Pflanzen schlecht. Diese leiden an CO2-Mangel. Deshalb benötigen sie auch nur wenige Minerale und Spurenelemente. Während die höheren Pflanzen verkümmern, geht es den Algen blendend, so dass sie es mit üppigem Wachstum danken. Der Mangel an CO2 macht ihnen nicht viel aus-sie können auch Karbonathärte als Kohlenstoffquelle nutzen. 

Merke:
Wer die Algen nicht so mag, sollte möglichst wenig CO2 aus dem Teichwasser austreiben!

 

 

 

 

 
 
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